Dienstag, 12. November 2019

Lö Bal Almanya

Von bedmin

Mal wimmeln sie wie orientalische Schaben durch den leeren Raum der Zeitgeschichte, mal starren sie in zur Stagnation gefrorener Befremdung aus vollgestopften Wohnensembles in die Gegend. Wenn sie überhaupt sprechen, klingen sie wie ein von Partydrogen zermürbter Helmut Kohl. Sie singen sich die Seele aus dem Leib und reden sich in Rage, um Antworten auf all die Fragen zu finden: Warum bekam der millionste Gastarbeiter 1964 ein Moped geschenkt und keinen Feuerlöscher? Ist die Behauptung, die Berliner Mauer wäre auf die Köpfe der Türken gefallen, eine anatolische Lebenslüge? Welches Mindestalter muss ein Moslem haben, um für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen werden zu können?

Das Ballhaus Naunynstraße nimmt mit “Lö Bal Almanya” von Nurkan Erpulat und Tunçay Kulaoğlu eine seiner erfolgreichsten Produktionen wieder in den Spielplan auf. Rund 50 Jahre nach dem berühmten Anwerbe-Abkommen zwischen Deutschland und der Türkei zeigt dieses musikalische Schauspiel mit verschollen geglaubtem Liedgut und dokumentarischem Material, warum die offizielle Geschichte der Arbeitsmigration in deutschen Landen eine erbärmliche Untertreibung ist.


Lö Bal Almanya
Vorstellungen Mittwoch, 17. April bis Samstag, 20. April, jeweils 20 Uhr
Ballhaus Naunynstraße, Naunynstr. 27, Kreuzberg
Kartenreservierung unter 030-754 537 25
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