Montag, 22. Oktober 2018

Zwangsräumung in der Lausitzer Straße

Von bedmin

Mit großem Polizeiaufgebot wurde am frühen Donnerstagmorgen die Wohnung einer türkische Familie zwangsgeräumt. “Amtshilfe für eine Gerichtsvollzieherin” nannte die Polizei den Einsatz, an dem etwa 400 Beamte beteiligt waren. Hunderte von Aktivisten hatten sich in der Lausitzer Straße versammelt, um die Räumung zu verhindern und auf dieses eklatante Beispiel von Mieterhöhung und Verdrängung aufmerksam zu machen. Die türkische Familie war mit den Mietzahlungen in Rückstand geraten und hatte daraufhin die Kündigung erhalten. Obwohl nach eigener Aussage inzwischen alle Mietschulden beglichen sind, setzte der Vermieter vor Gericht die Räumung der Wohnung durch. Die Familie steht nun auf der Straße und hofft, zunächst bei Verwandten unterkommen zu können.

Die Fraktion der Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg verurteilte die Zwangsräumung ausdrücklich und kritisierte das Vorgehen der Polizei als stark überzogen. „Es ist völlig übertrieben, dass mehrere hundert Polizisten und ein Polizeihubschrauber eine Gerichtsvollzieherin begleiten müssen“, sagte Fraktionssprecherin Paula Riester. „Die Kosten dieses Einsatzes sind herausgeschmissenes Geld, das man an anderer Stelle sehr viel sinnvoller einsetzen könnte.“ Außerdem, so Riester, sei es unverständlich, dass der Vermieter seine Kündigung nicht zurückgenommen habe, obwohl die Familie alle Mietrückstände längst bezahlt hat.

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