Freitag, 24. November 2017

Mein Gott, die Kunst

Von Bevo Winterberg


Wäre das Kreuz nicht, könnte man den grauen Betonklotz an der Alexandrinenstraße beinahe für einen Hochbunker halten. Die in den architektonisch verheerenden 60er Jahren erbaute St.-Agnes-Kirche ist alles andere als ein Schmuckstück, passt damit aber gut in die ebenfalls recht schmucklose Umgebung zwischen Alter Jakob- und Ritterstraße. Gottesdienste werden schon lange nicht mehr abgehalten, dafür soll hier demnächst dem Gott der Kunst gehuldigt werden.

Der junge Galerist Johann König, aktuell an der Dessauer Straße ansässig, hat den Gebäudekomplex von der katholischen Kirche gekauft und will ihn nun für drei Millionen Euro sanieren. Anfang nächsten Jahres soll ein Zentrum für junge Kunst eröffnet werden. Der Kircheninnere wird als Ausstellungsfläche dienen, in andere Gebäudeteile sollen sich Künstler und Kreative einmieten können. Auch ein Café ist geplant. Da das Ensemble unter Denkmalschutz steht, muss behutsam saniert werden – auch von außen wird sich nicht allzuviel ändern. Mit einer Ausnahme: Das den Glockenturm krönende Kreuz kommt weg.

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