Donnerstag, 21. März 2019

Bezirksamt erklärt Givebox zur Ordnungswidrigkeit

Von Nicolai Klatz

Stein des Anstoßes: Die behördlich nicht genehmigte Givebox in der Falckensteinstraße.


Seit Anfang September steht sie da, die selbstgezimmerte Holzbox mit der Aufschrift “Sharing is caring”, in der Spenden aller Art abgelegt werden und neue Besitzer finden. Nun soll die Givebox nach dem Willen des Kreuzberger Ordnungsamtes aus der Falckensteinstraße verschwinden. Grund: Für das Aufstellen der kleiderschrankgroßen Kiste wäre eine Sondernutzungsgenehmigung erforderlich gewesen. Initiatoren, Anwohner und die Facebook-Fangemeinde reagieren enttäuscht bis fassungslos, war doch die Resonanz auf diese neue Form des Schenkens und Beschenktwerdens bislang einhellig positiv gewesen. Andere Städte sind dem Beispiel Berlins bereits gefolgt: so haben neuerdings Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg und sogar Wien eine Givebox.

Damit die Idee vom Teilen und sich Kümmern auch im Wrangelkiez weiter bestehen kann, ist einer der Initiatoren nun mit der Behörde in Kontakt getreten. “Wir hoffen, dass wir das Projekt retten können,” sagt Andreas Richter, der sich bereits um die Givebox in Mitte kümmert. Zunächst braucht das Ordnungsamt einen verantwortlichen Ansprechpartner, der unter anderem gewährleisten soll, dass keinerlei Gefahr von der Box ausgeht. Das Konzept, nach dem es keinen einzelnen Betreiber gibt, sondern die Box von Nutzern und Sympathisanten aus der Nachbarschaft gepflegt wird, ist für die Behörde nicht akzeptabel. “Es muss jemand Verantwortung für die Hygiene und die Sicherheit der Givebox übernehmen,” betont Hilmar Schädel vom Natur- und Grünflächenamt. Auch sei der Standort auf einer Baumscheibe schlecht gewählt, und unter dem Podest der Kiste könnten eventuell Ratten Unterschlupf finden. Daher müsse die Box auf jeden Fall versetzt werden, am besten auf Privatgelände.

Einige Sympathisanten im Wrangelkiez sind bereits aktiv geworden, auch das Quartiersmanagement will bei der Standortsuche behilflich sein. Den angekündigten Abrisstermin 10. Oktober will das Ordnungsamt zunächst nicht wahrnehmen. “Wir warten ab, was die Verhandlungen ergeben,” so Hilmar Schädel. “Notfalls werden wir auch bei der Umsetzung der Box helfen.”

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