Donnerstag, 30. März 2017

BMW Guggenheim verwirft Standort Kreuzberg

Von bedmin

Die Brache an der Schlesischen Straße bleibt Brache – fürs erste jedenfalls. Das mobile BMW Guggenheim Lab wird nun doch nicht an der Schlesischen Straße Station machen. Nach Protesten aus der Bevölkerung, die laut BMW zum Teil mit Androhungen von Gewalt einhergingen, sagte die Guggenheim Stiftung das Projekt in Kreuzberg ab. Ob das Lab nun, wie anfänglich geplant, in Prenzlauer Berg, errichtet wird, steht noch nicht fest.

Das BMW Guggenheim Lab ist ein mobiles Forschungslabor, das sich innerhalb von sechs Jahren in neun Weltmetropolen temporär ansiedeln und sich dabei mit Fragen des modernen urbanen Lebens und Problemen der Stadtentwicklung beschäftigen will. Ziel sei die Erforschung und das Experimentieren mit neuen Konzepten sowie die Entwicklung zukunftsweisender Lösungsansätze für das Leben in der Stadt, so BMW.

Erste Station des Labs war New York, wo es ebenfalls Proteste gegeben hatte. In Kreuzberg kommt zudem die erhitzte Debatte um Aufwertung, Mietsteigerungen und soziale Verdrängung hinzu, die vor allem in Teilen der linken Szene die Rufe nach gewalttätigen Aktionen lauter werden lässt. Dort sieht man in dem geplanten Projekt “eine weitere Aufwertung und Beschleunigung der ohnehin schon rasanten Mietsteigerungs- und Verdrängungsspirale”. BMW spekuliere auf einen Imagagewinn durch das Lab und der Grundstückseigentümer auf eine Wertsteigerung seines Spree-Grundstückes. Selbiges gehört dem Münchener Immobilienunternehmen Ritter Finest Real Estate, das dort Wohnungen, Geschäfte und Büros in hochpreisigen Bereich plant – für die Gegner ein weiteres “Kommerz-Scheiß-Luxus-Projekt” in Kreuzberg.

Enttäuscht über die Absage des Projekts zeigte sich der Regierende Bürgermeister. “Ich bedaure, dass unsachgemäße Kritik und Einschüchterungsversuche durch plumpe Drohungen dazu geführt haben, dass die Veranstalter den Standort in Kreuzberg nicht weiter verfolgen,” sagte Wowereit. “Ein auf Kreativität ausgerichtetes Projekt wie das BMW Guggenheim Lab ist ein Gewinn für Berlin. Es bleibt in unserer Stadt willkommen.” Wowereits Innensenator Frank Henkel (CDU) machte sich nicht die Mühe, sich mit den Gründen des Protestes auseinanderzusetzen. Er bezeichnete die Projektgegner schlicht als “Chaoten”.

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