Freitag, 24. November 2017

Schade, Renate

Von bedmin


Mehrere Tausend Berliner protestierten am Samstag gegen Mietsteigerungen und die Verdrängung von Geringverdienern aus den Innenstadtkiezen. Wie der Tagesspiegel berichtet, waren unter den Demonstranten, die vom Hermannplatz bis zum Oranienplatz zogen, neben den üblichen Verdächtigen aus Politik und Bürgerinitiativen auffällig viele “normale” Bürger, Familien mit Kindern und auch Ältere, die auf selbst gemalten Schildern ihrem Unmut und ihren Ängsten Ausdruck verliehen. Politiker waren im Vorfeld explizit ausgeladen worden – zu enttäuscht sind die Akteure von der Gleichgültigkeit der Parteien gegenüber Gentrifizierung und Mietwucher. Immerhin besteht die regierende Koalition aus zwei Parteien, die das Wort “sozia” zwar groß auf ihren Wahlplakaten stehen haben, in der Vergangenheit aber dafür sorgten, dass landeseigene Immobilien verkauft und dann teuersaniert wurden und die Förderung des sozialen Wohnungsbaus gestoppt wurde.

Auch die vorübergehende Besetzung des teilweise leerstehenden Mietshauses an der Schlesischen Straße am Sonntag wollte auf das Problemfeld steigende Mieten und soziale Verdrängung aufmerksam machen. Die Morgenpost schreibt, dass am Nachmittag etwa ein Dutzend Menschen in das Gebäude eingedrungen waren. Sie entrollten Transparente, auf denen sie auf Wohnungsnot bei gleichzeitigem Leerstand hinwiesen. Die Polizei reagierte schnell, sperrte die Schlesische Straße ab und räumte das Haus. Neun Personen wurden vorläufig festgenommen und später wieder auf freien Fuß gesetzt.

Je näher der Wahltermin rückt, desto mehr verlieren die Berliner Grünen an Zustimmung. Der Tagesspiegel zitiert eine neue Umfrage, derzufolge erstmals die CDU mit 23 Prozent vor den Grünen (20 Prozent) liegt. Damit dürfte Renate Künasts Traum vom Bürgermeisteramt endgültig ausgeträumt sein. Der alte und voraussichtlich auch neue Regierende (Prognose: 32 Prozent) wird sich wohl zwischen einem grünen und einem schwarzen Juniorpartner entscheiden dürfen. Für eine Neuauflage von Rot-Rot sieht es hingegen schlecht aus, die Linke käme derzeit auf nur 11 Prozent der Stimmen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>