Montag, 11. Dezember 2017

Und ewig steigen die Mieten

Von bedmin


Berlin ist nach wie vor der unangefochtene Liebling der Anleger bei Wohn-Investments, verkündet stolz der aktuelle Wohnmarktreport der GSW Immobilien AG. Ob das für Mieter eine gute Nachricht ist, bleibt zu bezweifeln. Insbesondere in den sogenannten “Szene-Bezirken”, zu denen sich bekanntlich auch Kreuzberg zählen darf, wird immer mehr Mietraum in Wohneigentum umgewandelt; auch Neubauten sind überwiegend als Eigentum geplant. Der GSW-Report dazu: “Neu gebaut wird hauptsächlich in gefragten Stadtteilen für zahlungskräftige Kundschaft. Die neuen Wohnungen richten sich vor allem an Mieter und Käufer mit gehobenen Ansprüchen an Größe, Ausstattung und Lage. Mietwohnungen sind unter den Neubauten unterrepräsentiert: Zu mehr als 80 Prozent entstehen Eigentumswohnungen.”

Was es noch an Mietwohnungen gibt, wird in den innerstädtischen Lagen immer teurer. Während in den äußeren Bezirken die Erhöhungen moderat bleiben (Marzahn-Hellersdorf 2,1 %, Treptow-Köpenick 4,7 %, Lichtenberg 5 %), verteuerten sich 2011 die Mieten in Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg jeweils im zweistelligen Bereich. Ganze 11,1 Prozent müssen Kreuzberger Mieter für ihre Wohnung im Schnitt mehr zahlen.

Auch bei der durchschnittlichen Angebotsmiete der Bezirke gibt es einen neuen Spitzenreiter: Friedrichshain-Kreuzberg liegt mit 8,02 Euro pro Quadratmeter vorne, knapp vor Charlottenburg-Wilmersdorf mit 8 Euro. Damit ist Wohnen im einstigen Alternativbezirk erstmal teurer als die früher so gefragte City-West. Was das für Bewohnerstruktur und Kiezkultur bedeutet, wird ja seit langem heftig diskutiert. Nur aus dem Roten Rathaus ist bislang zum Thema Mieten und soziale Verdrängung recht wenig zu hören.


Zum GSW-Wohnmarktreport

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