Freitag, 24. November 2017

Amtsübergabe im Kreuzberger Rathaus

Von Bettina Klatz

Vereidigung_Herrmann

Die Grüne Monika Herrmann, bislang Bezirksstadträtin für Familie, Gesundheit, Kultur und Bildung, ist zur neuen Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg gewählt worden. Am 1. August übernimmt sie das Amt offiziell von Vorgänger Franz Schulz, der aus gesundheitlichen Gründen ausscheidet. Schulz, der seit über zwanzig Jahren politische Verantwortung im Bezirk trägt, zunächst als Verordneter und Bürgermeister von Kreuzberg, später vom vereinigten Großbezirk, habe das Gesicht Kreuzbergs “geprägt wie kein zweiter”, sagte BVV-Vorsteherin Kristine Jaath bei der Sitzung am Mittwoch. Alle in der BVV vertretenen Fraktionen, außer der dreiköpfigen CDU, würdigten den scheidenden Bürgermeister als nicht immer einfachen, aber äußerst engagierten und kenntnisreichen Lokalpolitiker, der stets die Interessen der Bürger im Auge habe und dessen großer Verdienst das Zusammenwachsen des fusionierten Ost-West-Bezirkes sei.

Der Fraktionsvorsitzende der SPD Hehmke lobte Schulz’ Fähigkeit, bei Konflikten integrierend und moderierend zu wirken und mit der “Geduld eines Buddhas” so lange zu verhandeln, bis ein Konsens gefunden sei. Ralf Gerlich von den Piraten betonte, dass Schulz immer ansprechbar gewesen sei und sich insbesondere in der Gentrifizierungsproblematik persönlich sehr engagiert habe. “Stadtentwicklung war unter Franz Schulz immer Chefsache,” sagte Gerlich und nannte Schulz einen der wenigen Bezirksbürgermeister, die es ohne Tingelei durch Talkshows zu überregionaler Bekanntheit gebracht haben.

Zum Abschied gab's für Franz Schulz neben zahllosen Blumensträußen auch ein Quietscheentchen geschenkt.

Zum Abschied gab’s für Franz Schulz neben zahllosen Blumensträußen auch ein Quietscheentchen geschenkt.

Schulz selber blickte zurück auf zwei bewegte Jahrzehnte Kommunalpolitik, vor allem auf die umstrittene Bezirksfusion, die er im Nachhinein als Glücksfall bezeichnete, zeige sie doch, wie gut ein Ost-West-Bezirk funktionieren könne. Er erinnerte an den legendären Münzwurf, durch den der Standort des Friedrichshain-Kreuzberger Rathaus entschieden wurde, und an das Überwinden zahlreicher Vorurteile auf beiden Seiten der Oberbaumbrücke. “Trotz aller Eigenheiten der Kieze definiert sich Friedrichshain-Kreuzberg heute als eigener Großbezirk,” sagte Schulz, und zu verdanken sei dies in erster Linie der Vielzahl aktiver und engagierter Bürger und Initiativen. “Sie sind es, die das Gesicht und die Struktur des Bezirks prägen.” Er hoffe, so der scheidende Bürgermeister, dass Friedrichshain-Kreuzberg auch weiterhin ein multikulturelles, libertäres, tolerantes und sozial und politisch widerborstiges gallisches Dorf bleibe.

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