Donnerstag, 21. März 2019

Filmtipp: “Blue Valentine”

Von Awazeh

Liebe allein reicht nicht. So profan dieser Satz auch klingen mag, er bleibt wahr. Wenn die Anziehung zwischen zwei Personen so stark ist „wie ein Lied, zu dem man einfach tanzen muss“, dann tanzen sie. Die Zeit zerfließt in neue Einheiten, die Umgebung verschwimmt zur Kulisse, nur der Andere erscheint klar und deutlich. Jeder Tanz aber geht einmal zu Ende, die Beine werden müde und die Leidenschaft auch.

Blue Valentine unter der Regie von Derek Cianfrance, handelt von solch einer romantischen, alles aussaugenden Liebe. Die Handlung spielt eine eher untergeordnete Rolle. Als Zuschauer ahnt man schnell, dass die Liebesgeschichte zwischen Cindy und Dean nicht im filmischen Happy End aufgehen wird. Wie sich zwei Menschen finden, brauchen und wieder lernen müssen, ihren eigenen Wegen zu vertrauen; wie stark eine Liebe wirklich sein kann und wie sehr sie sich darin beweist, indem man sie aufgibt; wenn die Liebe zu der anderen Person stärker wird, als das eigene Bedürfnis nach dieser Person; wenn der Traum von der ewigen und einzig wahren großen Liebe scheitert – davon erzählt dieser Film in zwei Erzählsträngen. Wo der eine die innerhalb weniger Stunden auftretenden Probleme der Gegenwart in intensiven Nahaufnahmen betont, kontrastiert der zweite mit der Entstehung der Liebesgeschichte von Cindy und Dean und rafft dabei einen Zeitraum von mehreren Monaten zusammen.

Michelle Williams und Ryan Gosling spielen diesen äußerst authentisch inszenierten Film, der in den Gegenwartsmomenten zum Kammerspiel wird, in den Rückblicken durch wacklige Handkamera-Aufnahmen an private Amateurfilme erinnert, zu einem Gefühlserlebnis für jeden noch so gefühlsfernen Zuschauer hoch. Ob bei den sich langsam steigernden Streitszenen, den hoffnungsvollen Liebesbemühungen Deans oder den Annäherungen der ersten Monate – die in einem Hochzeitskuss münden, der in einem Film selten so anrührend inszeniert wurde – immer ist der Zuschauer mit der Kamera gänsehautnah dabei.

Am Ende reicht die Liebe nicht. Die Medizinstudentin und der musikliebende Schulabbrecher haben sich nach sechs Jahren auseinander entwickelt, es war vorauszusehen. Die Liebe aber, die einzig wahre große erste Liebe, sie bleibt als ewige Erinnerung. Und dieser Film schafft das auch.

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