Mittwoch, 26. September 2018

Schwierige Nachbarschaft

Von bedmin

Piotr Uklański: Ohne Titel (Solidarnosc)

Einen Blick auf die lange und oft leidvolle Geschichte der Nachbarländer Polen und Deutschland wirft die neue Ausstellung “Tür an Tür” im Martin-Gropius-Bau. 67 Jahre und wenige Tage sind seit jenem 18. September 1944 vergangen, an dem deutsche Truppen den Aufstand der polnischen Heimatarmee niederschlugen und dabei das Königsschloss in Warschau bis auf die Grundmauern zerstörten. 22 Jahre sind seit dem Fall des Eisernen Vorhangs in Europa vergangen, 20 Jahre seit der Unterzeichnung des „Vertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit“, dessen Original in der neuen Ausstellung im Martin-Gropius-Bau zu sehen ist.

In 19 Sälen und 22 Kapiteln erzählen rund 800 historische und zeitgenössische Exponate erstmals die 1000-jährige Geschichte der wechselseitigen Beziehungen. Die Gliederung der Ausstellung in Themenbereiche dient dazu, die unterschiedlichen Aspekte deutschpolnischer Nachbarschaft besser zu verstehen. Sie beginnt mit dem hl. Adalbert und Richeza, die, aus Köln kommend, den späteren König Mieszko II heiratete und 1025 Königin von Polen wurde und schlägt den Bogen bis in die Gegenwart: Landshuter Hochzeit, Deutscher Orden, Internationale Gotik und „Polenbegeisterung“ von 1831, Zweiter Weltkrieg, Solidarnosc, EU-Beitritt. Auch jene schreckliche Zeit zwischen 1939 und 1945, in der Deutsche Polen und seinen Bewohnern unendliches Leid zufügten, wird in der Ausstellung thematisiert, etwa durch den Film „Der Kanal“ (1957) von Andrzej Wajda.

Unter den hochrangigen Exponaten befinden sich das Portrait des Markgrafen Albrecht von Brandenburg-Ansbach von Lucas Cranach d. Ä. aus dem Jahr 1528, Gemälde höchster Qualität aus dem 17. Jahrhundert aus Danzig, das Monumentalwerk „Preußische Huldigung“ von 1882 von Jan Matejko, Meisterwerke der Holzschnitzkunst von Veit Stoß, der wertvolle Schatzfund aus Neumarkt und kostbare Handschriften.

Sämtliche Exponate sind Zeugnisse der Kultur Polens und Deutschlands. Sie stammen von über 200 Leihgebern aus polnischen, deutschen und internationalen Museen und Sammlungen – darunter befinden sich unter anderem das Nationalmuseum in Warschau, das Kunstmuseum Łódz, das British Museum in London, das Kunsthistorische Museum Wien und die Vatikanische Bibliothek.

Ausstellung “Tür an Tür”
Polen – Deutschland. 1000 Jahre Kunst und Geschichte
23. September 2011 bis 9. Januar 2012
Geöffnet Mittwoch bis Montag, 10 bis 20 Uhr
Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstr. 7

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